Die 4 häufigsten Todesursachen bei Kängurus

Kängurus sind robuste Tiere die in der Natur bis zu 20 Jahre alt werden. Dennoch gibt es viele Ursachen welche bei Kängurus auch früher zum Tod führen können. Das sind die häufigsten Todesursachen bei Kängurus:

Nährstoffmangel, Raubtiere, Krankheiten und Menschen gehören zu den häufigsten Todesursachen bei Kängurus. 

Känguru Mutter mit ihrem Jungtier in einem abgebrannten Wald
Source: Jo-Anne McArthur (modified)

Tod durch Nährstoffmangel

Der Tod durch Nährstoffmangel ist mit Abstand die häufigste Todesursache bei Kängurus. Wie kommt es zum Nährstoffmangel? 

Junge Tiere haben wenige körperliche Reserven

Die extremen Wetterbedingungen auf dem australischen Kontinent führen oft zu einer schlechten Verfügbarkeit von Nahrung und Wasser. 

Ausgewachsene Kängurus sind perfekt an die schlechten Bedingungen angepasst.  

Aber vor allem junge Kängurus haben anfangs keine Reserven um längere Dürreperioden überleben zu können. Bei Dürre gibt es nur vertrocknete Gräser. Diese liefern nur wenige Nährstoffe. Außerdem sind Wasserstellen oft schwer zu finden oder weit entfernt. 

Baum in einer trockenen Region
Source: Christine Sandu

Der Nährstoffmangel ist vor allem bei Kängurus die kürzlich entwöhnt wurden eine der häufigsten Todesursachen. 

Ein schlechtes Nahrungsangebot ist jedoch nicht nur für entwöhnte Tiere ein Problem. Auch bei Baby-Kängurus die noch im Beutel der Mutter leben verringert sich die Überlebenswahrscheinlichkeit bei extremer Dürre auf weniger als 15 %. 

Verschlissene Zähne machen die Nahrungsaufnahme unmöglich

Grasende Östliche Graue Kängurus im Murramarang Nationalpark
Grasende Östliche Graue Kängurus im Murramarang Nationalpark

Junge Kängurus leiden vor allem bei Dürre. Ältere Kängurus leiden vor allem an verschlissenen Zähnen. 

Kängurus reißen das Gras aus der Erde heraus bzw. hacken es mit den Zähnen ab. Bei älteren Kängurus sind die Zähne so abgenutzt, dass sie das Gras nicht mehr abhacken können. 

Deshalb sterben viele ältere Kängurus letztendlich an einem Nährstoffmangel. Manche Tiere werden durch die schwierige Nahrungsaufnahme so geschwächt, dass sie entweder ein Opfer von Raubieren, oder anfälliger für Krankheiten werden. 

Tod durch Raubtiere

Raubiere sind vor allem bei der Jagd von jungen oder schwachen Kängurus erfolgreich. Kängurus schützen sich je nach Art sehr unterschiedlich vor der Bedrohung durch Raubtiere. 

Große Känguru-Arten wie die Roten Riesenkängurus können sich auf ihre hohe Geschwindigkeit sowie große Sprungweite bei der Flucht verlassen. 

Kleine Känguru-Arten müssen im Dickicht vor Raubtieren Schutz suchen. 

Welche Tiere jagen Kängurus?

Ein Dingo trinkt Wasser. Image Source: David Clode
Ein Dingo trinkt Wasser. Image Source: David Clode

Kängurus haben heimische, aber auch von Menschen eingeschleppte Fressfeinde. Welche Tiere jagen Kängurus? 

  • Keilschwanzadler
  • Dingos
  • Füchse 

Große erwachsene Kängurus sind keine einfache Beute für Keilschwanzadler, Dingos, und Füchse. Erwachsene Rote Riesenkängurus sind extrem schnell und erreichen eine Geschwindigkeit von bis zu 70 km/h. Sie können daher gut entkommen. 

Kleine Känguru-Arten sowie Jungtiere der großen Känguru-Arten werden jedoch häufig das Opfer von Raubtieren. 

Die kleineren Kängurus verfügen nicht über die notwendigen Kräfte, Kampfkünste, oder Fluchtgeschwindigkeit um den Raubtieren zu entkommen. 

Haben große Kängurus keine Feinde?

Die Raubtiere müssen zusammen in der Gruppe jagen um auch große Kängurus zu erbeuten. Die gemeinsame Jagd wird vor allem bei extremer Dürre beobachtet. 

Bei extremer Dürre finden die Raubtiere keine einfache Beute wie beispielsweise Jungtiere. Dann ist das Futter sowohl für die Raubtiere als auch für die Kängurus knapp und die Tiere sind geschwächt. 

Abgesehen von Dürreperioden werden vor allem alte und kranke große Kängurus das Opfer von Raubtieren wie Adlern und Dingos. 

Wie beeinflussen eingeschleppte Tiere die Känguru-Population?

Fuchs. Image Source: Hans Veth
Fuchs. Image Source: Hans Veth

Füchse und Katzen sind eine Gefahr für kleine Känguru-Arten. 

Zahlreiche kleinere Kängurus wie Wallabies und Quokkas sind Füchsen und Katzen hilflos ausgeliefert. 

Es wird angenommen, dass Hauskatzen in der Nähe von menschlichen Siedlungen einen großen Anteil an der starken Reduktion von kleinen Känguru-Arten haben. 

Die großen Känguru-Arten (z. B. Rotes Riesenkänguru, Westliches Graues Riesenkänguru, Östliches Graues Riesenkänguru) können sich erfolgreich gegen Katzen und Füchse wehren. Diese Kängurus sind auch deutlich größer als Katzen und Füchse. 

Schützt der Dingo-Zaun Kängurus?

Dingo-Zaun in der Nähe von Bell QLD
Dingo-Zaun. Quelle: JulieMay54, CC BY-SA 4.0 via Wikimedia Commons

Der Dingo bzw. Hunde-Zaun in Australien ist ein gutes Beispiel um die Gefahren welche Dingos für Kängurus darstellen zu beobachten. 

Der Zaun wurde 1885 fertiggestellt und soll die Schafe in der fruchtbaren Region im Südosten von Australien vor Dingos und Hunden schützen. Dadurch ist die Anzahl der Dingos in diesem Gebiet geringer als in anderen Regionen Australiens. 

Es wurde beobachtet, dass der Dingo-Zaun auch die Kängurus im abgesperrten Bereich schützt. Teilweise wurden Kängurus in diesen Regionen sogar als Plage eingestuft. 

Das bedeutet, dass Dingos die Känguru-Population kontrollieren. 

Wie können sich Kängurus wehren? 

Boxende Kängurus. Quelle: David Clode
Boxende Kängurus. Quelle: David Clode

Kängurus sind exzellente Kämpfer. Bereits als Joey (Känguru-Jungtier) erlernt das Känguru mit der Mutter spielerisch wie es sich wehren kann. Dabei übt die Mutter mit dem Joey kleine Box- und Trittbewegungen. 

Später boxen Kängurus gegeneinander in rituellen Kämpfen um die Position innerhalb des Mobs zu bestimmen sowie um Zugang zu den Weibchen zu bekommen.

Kängurus nutzen ihre Fähigkeiten auch um im Alltag in der Wildniss zu überleben. Joeys sind einfache Beute, doch ausgewachsene Kängurus kämpfen um ihr Leben. 

Vor allem männliche Kängurus kämpfen oft erfolgreich gegen Dingos und Füchse.   

Tod durch Krankheiten

Virus. Source: CDC
Virus. Source: CDC

Wie alle Lebewesen können auch Kängurus das Opfer von Krankheiten werden. Von welchen Krankheiten sind Kängurus betroffen?

Studien über gefangen lebende Kängurus zeigten hauptsächlich Erkrankungen des Verdauungstrakts, Lungenentzündungen, sowie Toxoplasmose. 

Kängurus sind jedoch selten durch Krankheiten gefährdet. Krankheiten breiten sich vor allem bei ungünstigen Lebensbedingungen leichter aus. Dürren, Überschwemmungen, extrem nasses oder kaltes Wetter schwächt die gesamte Känguru-Population. Dann breiten sich Krankheiten schneller aus. Gleichzeitig können die geschwächten Tiere diese Krankheiten schlechter abwehren. 

Lumpy Jaw Disease

Bei Kängurus die in Gefangenschaft gehalten werden tritt oft die “Lumpy Jaw Disease” auf. Diese Entzündung wirkt sich auf den Hals- und Kopfbereich des Känguru aus. Es handelt sich dabei um eine schwere Kieferentzündung. Diese Entzündung breitet sich oft auf andere Bereiche des Körpers aus was letztendlich in vielen Fällen zum Tod führt. 

Lumpy Jaw Disease wird durch Stressfaktoren begünstigt. Kängurus sind schnell gestresst, vor allem bei Gefangennahme oder Umsiedlung des Geheges. 

Tod durch menschliche Aktivitäten

Über 90 % der Fläche Austaliens ist unbesiedelt. Das bedeutet, dass Menschen in einigen Regionen des Kontinents keinen großen Einfluss auf Kängurus haben. 

Menschen bewohnen vor allem die feuchteren Regionen des Kontinents. Diese Regionen werden jedoch auch von vielen Känguru-Arten bewohnt. 

Menschen hatten schon immer einen Einfluss auf Kängurus in Australien. Bereits die Ureinwohner ernährten sich vom Fleisch der Kängurus. 

Lebensraumverlust und Flächenfragmentierung

Ländliche Landschaft in Victoria, Australien

Der Lebensraumverlust und die Fragmentierung des Lebensraumes wirkt sich bis heute stark auf die Känguru-Population aus. Die intensive Landwirtschaft sowie Massenschlägerungen von Wäldern seit dem 19. Jahrhundert zerstört den Lebensraum vieler kleiner Känguru-Arten. Einige Wallaby-Arten starben sogar aus. 

Roadkill 

Australien Road Train
Australien Road Train. Quelle: Rhys Moult

Autofahrer in Australien kennen die Situation: Plötzlich hüpft ein Känguru vor das Auto und das Ausweichen ist manchmal unmöglich.

Manche Fahrer rüsten ihre Fahrzeuge mit “Bullbars” oder “Roobars” aus. Damit soll der Schaden am Fahrzeug reduziert werden. Das erhöht jedoch den Kraftstoffverbrauch und entfernt die im Fahrzeug eingebaute Knautschzone. Doch welche Gefahr geht von Fahrzeugen wie Autos und Lastwägen auf Kängurus aus? Wie viele Kängurus werden von Fahrzeugen getötet? 

Bei einer Studie im Outback Australiens wurden im Beobachtungszeitraum von 6 Monaten 0,03 Kängurus pro Straßenkilometer durch Fahrzeuge getötet. Todesfälle durch Zusammenstöße sind daher kein großer Risikofaktor für Kängurus.  

Die meisten Kängurus wurden im offenen Flachland, und insbesondere in Kurven von Fahrzeugen erwischt. Die Wahrscheinlichkeit mit einem Känguru zu kollidieren steigt vor allem in der Nacht stark an. Das liegt auch daran, dass Kängurus nachtaktive Tiere sind

In Australien sind Kängurus am häufigsten bei Kollisionen mit Tieren beteiligt, gefolgt von Wallabies. Teilweise sind bis zu 80 % aller Wildtierschäden im Zusammenhang mit Kängurus. 

Kommerzielle Nutzung von Kängurus

Seit tausenden Jahren werden Kängurus von Menschen gejagt. Damals wie heute ist das Fleisch der Tiere sowie das Fell der Tiere von Interesse für Menschen. In Australien gibt es einige Zonen in denen die Jagd auf Kängurus mit einer bestimmten Quote erlaubt ist.

New South Wales, Queensland, South Australia und Western Australia erlauben in bestimmten Gebieten die kommerzielle Jagd auf Kängurus. 

Känguru Fleisch
Känguru Fleisch

Wie schmeckt Känguru-Fleisch?

Das Fleisch ist für Menschen essbar, schmeckt gut, hat eine rote Farbe ähnlich wie Rindfleisch und verbreitet beim Kochen einen intensiven Geruch. Das Fleisch hat wenig Fett und enthält viele Proteine. 

Känguru-Fleisch ist in australischen Supermärkten in der Kühlabteilung verfügbar. 

Etwa 40 % des gewonnen Känguru-Fleisches wird zu Tiernahrung (Hunde- und Katzenfutter) verarbeitet. 

Die kommerzielle Jagd auf Kängurus dient auch der Kontrolle der Känguru-Population. In Gegenden mit vielen Kängurus stellen die Tiere oft ein Problem für Bauern und Förster in der Landwirtschaft dar. Die Aufforstung wird durch Kängurus erschwert, da diese die jungen Triebe fressen. 

Sind Buschfeuer eine Gefahr für Kängurus? 

Känguru in den Büschen
Quelle: Scott Fletcher

Kängurus lebten schon immer mit der Gefahr die von Buschfeuern ausgeht. Doch welchen Einfluss haben Buschfeuer auf Kängurus?

Lokale Buschfeuer haben einen geringen Einfluss auf die Känguru-Population. Insbesondere große Kängurus können schnell vor dem Feuer flüchten. Für kleinere Känguru-Arten können Buschfeuer zum tödlichen Verhängnis verwerden. 

Größere Känguru-Arten können sich schnell fortbewegen und gut vor kleineren lokalen Buschfeuern flüchten. 

Größere Buschfeuer können jedoch den Lebensraum über längere Zeit zerstören und die Nahrungssuche schwierig gestalten. Oft ist nach größeren Bränden auch das Wasser kontaminiert. 

Die Feuer fordern vor allem unter kleineren Känguru-Arten sowie Jungtieren eine große Anzahl an Opfern. 

Prinzipiell haben australische Buschfeuer jedoch eine geringe Auswirkung auf die gesamte Känguru-Population. Australien ist ein riesiger Kontinent. Selbst große Buschfeuer betreffen nur einen sehr kleinen Teil des Kontinents. 

In den betroffenen Regionen wird in der Regel die kommerzielle Nutzung von Kängurus für einige Zeit ausgesetzt damit sich die Känguru-Population erholen kann. 


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