Was ist ein Känguru? (Fakten und Fotos!)

Viele Besucher in Australien träumen davon ein Känguru zu sehen. Einige Australier die in den Städten wohnen haben oft noch nie ein großes Känguru in der Natur gesehen. Dieser Artikel beschreibt die verschiedenen Känguru-Arten – und was ist ein Känguru? 

Kängurus sind je nach Art unterschiedlich große Säugetiere die in Australien und Neuguinea heimisch sind. Die meisten Känguru-Arten sind Pflanzenfresser. Alle weiblichen Kängurus haben einen Beutel, deshalb sind Kängurus Beuteltiere. Für Kängurus charakteristisch sind der lange Schwanz, die starken Hinterbeine, sowie die breiten Füße, und die langen spitzen Ohren.

Känguru am Strand in Lucky Bay

Känguru-Fakten

Kängurus sind eine äußerst vielfältige Familie von Beuteltieren die sich in Kängurus, Wallabies, Wallaroos, Filander, Baumkängurus, Bürstenkängurus, Quokkas, und Kaninchenkängurus einteilen lassen. Hier siehst du eine Liste aller 73 Känguru-Arten. 

Kängurus haben extrem starke Hinterbeine, einen starken muskulösen Schwanz and kleinere Vorderpfoten. Alle weiblichen Kängurus haben einen Beutel welcher sich nach der Geburt entwickelt. Männliche Kängurus haben keinen Beutel. 

Die Tiere gehören zur Familie der Macropodidae was so viel wie “Großer Fuß” bedeutet. 

Der folgende Steckbrief beschreibt die wichtigsten Eigenschaften von Kängurus:

HeimatAustralien, Neuguinea
FamilieMacropodidae
Sind Kängurus Säugetiere?Kängurus sind Säugetiere
Haben Kängurus einen Beutel?Weibliche Kängurus haben einen Beutel
Größe (maximal)2,2 m (Rotes Riesenkänguru)
Größe (minimal)0,35 m (Moschusrattenkänguru)
Maximale Geschwindigkeit70 km/h
Gewicht (maximal)90 kg (Rotes Riesenkänguru)
Gewicht (minimal)0,35 kg (Moschusrattenkänguru)
Gewicht bei Geburt0,75 g
Größe bei Geburt2,5 cm
Lebenserwartungbis zu 27 Jahre
Nahrungmeistens Pflanzenfresser
Anzahl an Kängurusüber 45 Millionen Kängurus 

Größe

Rotes Riesenkänguru gemeinsam mit Baby im Beutel
Ein weibliches Rotes Riesenkänguru mit Baby im Beutel

Kängurus gehören zur Familie der Macropodidae mit über 73 Arten. Alle Arten unterscheiden sich stark in ihrer Größe. Aber wie groß sind Kängurus?

Kängurus sind die größten Beuteltiere der Welt. Die größte Känguru-Art (Rotes Riesenkänguru) ist aufrecht stehend bis zu 2,2 m groß. Die kleinste Känguru-Art (Moschusrattenkänguru) wird bis zu 35 cm groß. 

Bei Kängurus gibt es große Unterschiede bei der Körpergröße zwischen Männchen und Weibchen. Männliche Rote Riesenkängurus sind die größten Beuteltiere der Welt. Sie sind extrem muskulös und aufrecht stehend bis zu 2,2 m groß. 

Weibchen sind oft deutlich kleiner als Männchen. Ein weibliches Rotes Riesenkänguru wird bis zu 1,1 m groß. 

Bei der kleinsten Känguru-Art, dem Moschusrattenkänguru, gibt es nur geringe Unterschiede zwischen Männchen und Weibchen. Moschusrattenkängurus werden bis zu 35 cm groß. 

Die folgende Tabelle zeigt die Größe einiger Känguru-Arten:

Känguru-ArtGröße
Rotes Riesenkänguru (männlich)1,4 m – 2,2 m
Rotes Riesenkänguru (weiblich)0,8 m – 1,1 m
Östliches Graues Riesenkänguru (männlich)1,2 m – 2,3 m
Östliches Graues Riesenkänguru (weiblich)1,8 m
Westliches Graues Riesenkänguru (männlich)0,9 m – 2,2 m
Westliches Graues Riesenkänguru (weiblich)0,9 m – 1,7 m
Antilopenkänguru (männlich)1,2 m – 1,9 m
Antilopenkänguru (weiblich)0,9 m
Quokka0,5m – 0,6 m
Moschusrattenkänguru0,35 m 

Die Tabelle zeigt, dass Rote Riesenkängurus ähnlich groß sind wie Östliche Graue Riesenkängurus. Rote Riesenkängurus sind jedoch deutlich muskulöser und stärker gebaut als Östliche Graue Riesenkängurus. 

Gewicht

Auch beim Gewicht gibt es sehr große Unterschiede zwischen den 73 Arten die zur Gattung der Kängurus gehören. Zusätzlich spielt das Geschlecht bei vielen Känguru-Arten eine große Rolle. Männchen werden oft doppelt so schwer wie Weibchen. Wie schwer ist ein Känguru?

Große erwachsene Kängurus wiegen bis zu 90 kg. Tiere der kleinsten Känguru-Art wiegen weniger als 1 kg. Kängurus wiegen bei der Geburt nur 1 g. Weibliche Tiere haben oft nur das halbe Körpergewicht wie Männchen. 

Die folgende Tabelle zeigt das Gewicht von Roten Riesenkängurus, Östlichen Grauen Riesenkängurus, Westlichen Grauen Riesenkängurus, Antilopenkängurus, Quokkas und Moschusrattenkängurus:

Känguru-ArtGewicht
Rotes Riesenkänguru (männlich)60 kg – 90 kg
Rotes Riesenkänguru (weiblich)20 kg – 40 kg
Östliches Graues Riesenkänguru (männlich)50 kg – 90 kg
Östliches Graues Riesenkänguru (weiblich)15 kg – 40 kg
Westliches Graues Riesenkänguru (männlich)40 kg – 70 kg
Westliches Graues Riesenkänguru (weiblich)25 kg – 40 kg
Antilopenkänguru (männlich)55 kg – 70 kg
Antilopenkänguru (weiblich)20 kg – 25 kg
Quokka2,7 kg – 4,2 kg
Moschusrattenkänguru0,35 kg – 0,7 kg 

Sind Kängurus gefährlich?

Zwei kämpfende Kängurus. Source: Jeremy Bezanger
Zwei kämpfende Kängurus. Source: Jeremy Bezanger

Die meisten Kängurus leben in australischen Wäldern weit entfernt von Menschen. Doch immer wieder gelangen Kängurus in die Städte. Auch in Nationalparks kommen sich Menschen und Kängurus sehr nahe. Aber sind Kängurus gefährlich?

Kängurus haben starke Hinterbeine sowie scharfe Klauen die für Menschen gefährlich sein können. Insbesondere Kinder sollten sich nicht in der Nähe von Kängurus aufhalten. Unbegründete Attacken von Kängurus auf Menschen sind jedoch extrem selten. Autounfälle mit Kängurus können schwere Schäden mit Verletzten und Toten verursachen.

Kängurus sind Wildtiere die sich in der Natur vor ihren Feinden wehren müssen. Bereits als Jungtier übt ein Känguru spielerisch, gemeinsam mit der Mutter, einfache Kickübungen. 

Später nutzen männliche Kängurus die Kampfkünste um die Position innerhalb des Mobs (Kängurus die in einer Gruppe leben) zu bestimmen. Dadurch erhalten Männchen den Zugang zu den Weibchen. 

Bei extremer Dürre kämpfen Kängurus um den Zugang zu Wasserquellen. Kängurus verpassen ihren Gegnern auch Tritte mit den starken Hinterbeinen. Damit können sie natürliche Feinde wie Dingos abwehren. 

Die meisten Kängurus flüchten jedoch vor potentiellen Gefahren. Je nach Känguru-Art und Lebensraum flüchten die Tiere dank ihrer hohen Hüpfgeschwindigkeit, oder sie verstecken sich im Unterholz des Waldes. 

Spitze Klauen eines Östlichen Grauen Riesenkänguru
Kängurus haben große scharfe Klauen

Für Menschen sind Kängurus nur sehr selten gefährlich. Die meisten Kängurus flüchten wenn sie Menschen sehen. Es gibt jedoch Autounfälle mit Kängurus die tödlich enden können Lese diesen Artikel um zu sehen wie viele Menschen jährlich durch Känguru-Attacken und Unfälle mit Kängurus sterben. 

Lebensraum

Rotes Riesenkänguru im Outback mit Baby im Beutel
Rotes Riesenkänguru im Outback mit Baby im Beutel

Kängurus leben auf dem gesamten australischen Kontinent sowie auf Neuguinea. Das bedeutet, dass der Lebensraum von Kängurus je nach Region sehr unterschiedlich ist. Aber nicht alle Känguru-Arten leben in allen Regionen. 

Das Rote Riesenkänguru bewohnt das riesige trockene und heiße Innland Australiens welches oft als “Outback” bezeichnet wird.  

Östliche Graue Riesenkängurus bewohnen die feuchteren bewaldeten Gebiete im Osten Australiens.  

Die Westlichen Grauen Riesenkängurs bewohnen den westlichen feuchteren Teil des australischen Kontinents. 

Es gibt noch viele weitere Arten welche oft nur in kleinen Regionen leben. Beispielsweise das Quokka. Das Quokka, ein kleines Wallaby, lebt in Western Australia auf den kleinen Inseln Rottnest Island und Bald Island und ist am Festland beinahe ausgestorben. Dieser Artikel beschreibt die Lebensräume der bekanntesten Känguru-Arten. 

Die verschiedenen Känguru-Arten haben auch sehr unterschiedliche Ansprüche an Wasser und Nahrung was sich auf ihren bevorzugten Lebensraum auswirkt. 

Nahrung

Östliches Graues Känguru beim Fressen
Ein fressendes Östliches Graues Riesenkänguru

Kängurus sind wahre Überlebenskünstler. Sie leben in verschiedensten Regionen und können sich gut an die Gegebenheiten anpassen. Aber was fressen Kängurus?

Die größeren Känguru-Arten sind Pflanzenfresser. Das Lieblingsessen der Kängurus ist frisches Gras, grüne Stauden und normales Gras. Viele der kleineren Känguru-Arten fressen auch Käfer und Würmer. Die Verdauungsorgane und das Gebiss der kleinere Kängurus sind nicht gut an Gras angepasst.

Bei der Nahrung gibt es vor allem Unterschiede zwischen Kängurus mit weniger als 5 kg, mittelgroßen Kängurus, sowie Kängurus mit mehr als 30 kg. 

Je größer die Kängurus sind, desto anspruchsloser sind die Tiere an ihre Nahrung. Kleinere Känguru-Arten fressen vor allem Blätter und Früchte. Lese und sehe hier ob Kängurus auch Fleisch fressen können. Du wirst überrascht sein. 

Der Körper eines Känguru ist sehr sparsam. Kängurus benötigen nur rund 50 – 70 % der Energie eines vergleichbar großen Säugetiers. Außerdem können Kängurus bis zu 100 % des Wasserbedarfs über die Nahrung aufnehmen. 

Kängurus sind nachtaktive Tiere. Sie kommen vor allem vom späten Nachmittag bis zu den frühen Morgenstunden aus ihren Verstecken heraus um zu fressern. 

Lebensweise

Westliches Graues Riesenkänguru im Sand am weißen Standstrand
Westliches Graues Riesenkänguru am weißen Sandstrand in Australien

Kängurus sind soziale Wesen die in Gruppen (sogenannte “Mobs”) leben. Diese Gruppen sind jedoch keine festen Strukturen. Einzelne Tiere können die Gruppe verlassen. 

Innerhalb der Gruppe gibt es eine Hierarchie mit einem Alpha-Männchen. 

Kängurus sind nachtaktive Tiere. Man kann jedoch einige Tiere auch am Tag beobachten. 

An heißen Tagen rasten sie im Schatten unter Bäumen oder in Höhlen. Sie kommen vor allem am späten Nachmittag und in der Nacht heraus um zu fressen. 

Fortpflanzung und Nachkommen

Känguru Junges im Beutel der Mutter
Känguru Junges im Beutel der Mutter (Source: Ethan Brooke)

Prinzipiell darf nur das Alphatier der Gruppe die weiblichen Kängurus begatten. Die Hierarchie wird bei Känguru-Boxkämpfen bestimmt. Das Hocharbeiten in der Hierarchie kann Jahre dauern und kann sogar tödlich enden. Alternativ kann ein männliches Känguru auf einen unbeobachteten Moment hoffen um sich mit einem Weibchen zu paaren. 

Vor dem Geschlechtsverkehr muss das Männchen herausfinden welche weiblichen Kängurus im passenden Zyklus und empfänglich sind. Das männliche Känguru folgt den Weibchen und schnüffelt den Urin sowie den unteren Bauchbereich des Weibchens. Wie paaren sich Kängurus?

Zur Paarung bückt sich das weibliche Känguru. Das deutlich größere Männchen stellt sich hinter das Weibchen und lehnt sich darüber und führt den Penis in die Vagina ein. Die Paarung dauert wenige Momente bis zu 10 Minuten. Das weibliche Känguru versucht oft nach kurzer Zeit wegzukommen doch das starke Männchen versucht manchmal das Weibchen festzuhalten. 

Dieser Artikel zeigt mit einem Video wie die Paarung zwischen Kängurus genau erfolgt. 

Wie bei allen Beuteltieren erfolgt die Geburt nach einer sehr kurzen Entwicklungszeit. Kängurus sind typischerweise rund 30 Tage lang schwanger. Danach erfolgt die Geburt eines extrem unterentwickelten Jungtiers. Hier siehst du wie ein Neugeborenes aussieht. 

Kängurus sind Beuteltiere und Säugetiere. Das bedeutet, dass Kängurus nach der Geburt im Beutel der Mutter heranwachsen. Die Neugeborenen werden nicht im Beutel geboren. 

Känguru Geburtskanal und Beutelöffnung
Öffnung des Geburtskanals und Öffnung des Beutels bei einem weiblichen Westlichen Grauen Känguru

Junge Kängurus müssen nach der Geburt eigenständig in den Beutel der Mutter klettern und wählen dort eine der vier freien Zitzen. Dieses Video zeigt die Geburt eines Känguru. 

Von der Zitze erhalten die Neugeborenen die Muttermilch. Diese wird von der Mutter an das Alter des Jungtiers angepasst. Das bedeutet, dass sich die Nährstoffe in der Milch mit dem Alter des Kindes verändern. 

Kängurus bekommen immer nur ein Baby pro Schwangerschaft. Im Beutel, einer extrem elastischen Hautfalte, ist immer nur Platz für ein Känguru. 

Bei Kängurus erfolgt die Geburt des nächsten Baby erst dann wenn das alte Kind endgültig den Beutel verlassen hat. Manche Arten können sogar die Geburt verzögern. 

Bei vielen Känguru-Arten vergehen etwa 9 – 12 Monate bis zur Entwöhnung. 

Dieser Artikel verrät dir ob auch männliche Kängurus einen Beutel haben. 

Fortbewegung

Die größeren Kängurus kennen zwei Fortbewegungsmöglichkeiten.

Mit Hilfe der zwei starken Hinterbeine können Kängurus auch auf langen Strecken sehr schnell hüpfen. Die Hinterbeine funktionieren wie Federn und ermöglichen eine relativ energiesparende Fortbewegung bei höheren Geschwindigkeiten. Der lange starke Schwanz wird als Gegengewicht verwendet um die Balance zu halten. 

Große Kängurus können so bis zu 70 km/h schnell hüpfen. 

Bei der langsamen Fortbewegung verwenden Kängurus alle fünf Gliedmaßen. Sie verwenden die zwei Vorderpfoten, zwei Hinterbeine sowie den Schwanz. Lese diesen Artikel um zu sehen wie sich Kängurus fortbewegen. 

Kängurus verbringen jedoch die meiste Zeit mit der langsamen Fortbewegung beim Fressen. 

Bekannte Känguru-Arten

Je nachdem wo du dich in Australien oder Neuginea aufhältst siehst du unterschiedliche Känguru-Arten. Doch welche sind die bekanntesten Känguru-Arten?

Rotes Riesenkänguru

Rotes Riesenkänguru im Outback
Rotes Riesenkänguru im Outback

Das Rote Riesenkänguru ist das größten und schwerste Beuteltier der Welt. Es lebt im Outback und die meisten Australier bekommen es im Alltag nicht zu Gesicht. 

Mit den langen Hinterbeinen und den kurzen Vorderpfoten und dem mächtigen Auftreten ist ein Rotes Riesenkänguru leicht zu erkennen. Nicht umsonst ist das Rote Riesenkänguru das Wahrzeichen Australiens. Lese diesen Artikel um alle Details über das Rote Riesenkänguru zu erfahren. 

Östliches Graues Riesenkänguru

Östliches Graues Riesenkänguru am Meer Murramarang Nationalpark

Bewohner und Besucher der Ostküste sehen in der Natur vor allem das Östliche Graue Riesenkänguru. Das Östliche Graue Riesenkänguru ist ähnlich groß wie ein Rotes Riesenkänguru, es ist jedoch nicht so muskulös. Du kannst diese Tiere immer wieder am Stadtrand beim Fressen beobachten. 

Sie kommen vor allem am Abend heraus und suchen in großen Gruppen auf riesigen Weideflächen nach Futter. Sie fressen hauptsächlich Gras. 

In diesem Steckbrief erfährst du mehr über das Östliche Graue Riesenkänguru. 

Westliches Graues Riesenkänguru

Kängurus am Strand
Kängurus am Strand. Source: Nick Dunn (modified)

Das Westliche Graue Riesenkänguru lebt vor allem im westlichen und südlichen Teil des australischen Kontinents. 

Westliche Graue Riesenkängurus sehen den Östlichen Grauen Riesenkängurus sehr ähnlich. Prinzipiell sind sie jedoch etwas kleiner als die Verwandten im Osten. Bewohner von Western Australia können diese Känguru-Art immer wieder beim Rasten auf den weißen Sandstränden beobachten. 

Dieser Steckbrief verrät dir mehr über das Leben der Westlichen Grauen Riesenkängurus. 

Swamp Wallaby

Swamp Wallaby (Quelle: Benjamint444 GNU Free Documentation License 1.2 (GFDL 1.2) )
Swamp Wallaby (Quelle: Benjamint444 GNU Free Documentation License 1.2 (GFDL 1.2) )

Bei meiner Reise durch Australien konnte ich entlang der Ostküste immer wieder Swampwallabies beobachten. Vor allem in Nationalparks hüpften diese kleinen Kängurus immer wieder über die Gehwege. 

Diese Tiere sind jedoch sehr scheu und flüchten sobald sie Menschen sehen. 

Quokka

Quokkas im Wild Life Sydney Zoo
Hier kannst du Quokkas in Sydney sehen

Quokkas wurden in der Vergangenheit durch ihr freundliches Lächeln weltweit berühmt. Diese kleine Känguru-Art lebt vor allem auf Rottnest Island in der Nähe von Perth. Quokkas auf Rottnest Island sind Menschen gewöhnt, deshalb kann man dort vielen Tieren sehr nahe kommen. Hier kannst du mehr über Quokkas auf Rottnest Island erfahren. 

Kängurus und die Europäer 

Der vermutlich erste Kontakt eines Europäers mit Kängurus war im Jahr 1629 als der Niederländer Francois Pelsaert an einer Insel vor der Westküste Australiens vorbeisegelte. Der Kaufmann und Seefahrer beschrieb eine bis dahin unbekannte Tierart die den Wallabies ähnlich ist.  

Wenige Jahrzehnte später im Jahr 1658 wurde eine zweite Begegnung mit einer kleinen Känguru-Art beschrieben. Der Niederländer Samuel Volckersen landete auf Rottnest Island sowie auf dem Festland Westaustraliens. Dort entdeckte der Seefahrer Quokkas welche er zuerst für Ratten hielt. 

Quokka eating leaves
Ein Quokka. Source: Mark Stoop

Es gibt jedoch auch Berichte aus dem Jahr 1499, dass eine Küste im Süden entdeckt wurde. Anhand der Beschreibung könnten die Seefahrer im südwesten Australiens gelandet sein (Quelle). Sie beschrieben auch eine Kreatur welche ein Westliches Graues Riesenkänguru sein könnte. Die Seefahrer beschrieben ein großes Tier mit dem Kopf eines Fuchses, den Händen eines Mannes, dem Schwanz eines Affen und einen Beutel im dem das Jungtier getragen wird. 

Menschen haben natürlich schon deutlich länger Kontakt mit Kängurus. Aborigines leben seit über 50.000 Jahren zusammen mit den Beuteltieren in Australien. 

Känguru-Vorfahren

Die Vorfahren der heutigen Kängurus lebten bis vor etwa 15 millionen Jahren. Damals waren in Australien ganz andere klimatische Verhältnisse als heute. Der Kontinent war voll mit Regenwäldern und deutlich feuchter als heute. 

Die Känguru-Vorfahren lebten damals in den Bäumen und waren Blattfresser. Auch heute gibt es noch Baumkängurus. Diese sind vor allem in Neuguinea heimisch.

Durch die klimatischen Veränderungen wurde der Kontinent über millionen Jahre immer trockener. Die Wälder wurden immer weniger, dafür entstanden große weite Grasflächen. 

Die Kängurus mussten sich an den stetig verändernden Lebensraum anpassen. Die Fortbewegung in den Bäumen wurde weniger wichtig, dafür mussten sie nun Strecken auf großen Wiesen zurücklegen können. 

Das heute noch existierende Moschusrattenkänguru (die kleinste Känguru-Art) gilt als eines der ursprünglichsten am Boden lebenden Kängurus. 

Procoptodon Goliah. Sources: Left (Apokryltaros at English Wikipedia, CC BY 3.0); Top right (Nobu Tamura, CC BY 3.0);  Bottom right (Nobu Tamura, CC BY-SA 4.0)
Procoptodon Goliah. Sources: Left (Apokryltaros at English Wikipedia, CC BY 3.0); Top right (Nobu Tamura, CC BY 3.0);  Bottom right (Nobu Tamura, CC BY-SA 4.0)

Vor rund 50000 Jahren starb eine Känguru-Art aus die noch größer und muskulöser war als die heutigen Kängurus. Du kannst in diesem Artikel mehr über das größte Känguru sowie die ausgestorbene riesige Känguru-Art lernen. 

Sind Kängurus gefährdet? 

Känguru Mutter mit ihrem Jungtier in einem abgebrannten Wald
Östliche Graue Riesenkängurus in einem abgebrannten Wald (Source: Jo-Anne McArthur (modified))

Keine der großen Känguru-Arten ist auf der Liste der gefährdeten Arten. In manchen Regionen ist auch die kommerzielle Jagd auf Kängurus erlaubt um die unkontrollierte Vermehrung der Kängurus zu vermeiden. Zu viele Kängurus sind in der Landwirtschaft ein Problem da sie die Felder leerfressen. 

Vor allem kleinere Känguru-Arten sind gefährdet. Die Zerstörung des Lebensraums wurde vor allem durch großflächige Weide- und Landwirtschaften vorangetrieben. 

Kleine Känguru-Arten werden auch durch eingeschleppte Tiere (z. B. Rotfüchse) aber auch Hauskatzen bedroht. 

Auf Neuguinea sind einige Baum- und Buschkängurus durch die Abholzung der Wälder bedroht. Mittlerweile sind einige Baum- und Buschkängurus auf der IUCN-Liste der bedrohten Arten.


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