11 Fakten über Känguru-Beutel die Du vermutlich nicht wusstest

Junge Kängurus im Beutel der Mutter sind unglaublich niedlich. Doch wenn wir ein junges Känguru sehen ist es bereits relativ gut entwickelt. Unglaublich aber wahr: Kängurus werden mit einem Gewicht von weniger als 1 Gramm und nicht als Känguru erkennbar geboren. 

Der Beutel spielt bei der Entwicklung des Baby eine wichtige Rolle. Dieser Artikel beschreibt die interessantesten Fakten und räumt mit den größten Mythen rund um den Känguru-Beutel auf:   

Rotes Riesenkänguru mit Joey im Beutel
Rotes Riesenkänguru mit Joey im Beutel (Source: Vince Russell)

Was ist ein Beutel?

Kängurus sind eine von über 300 Beuteltierarten. Doch was genau ist ein Beutel?

Der Beutel ist eine große elastische Hautfalte am Bauch des weiblichen Känguru mit nur einer Öffnung. Diese Hautfalte bedeckt die vier Zitzen. 

Die Öffnung dieser Hautfalte kann das Känguru mit Hilfe der Muskelspannung kontrollieren.

Der Beutel ist so flexibel, dass Kängurus vom Zeitpunkt der Geburt mit einer Größe von weniger als 2 cm und einem Gewicht von weniger als 1 Gramm bis hin zur Entwöhnung mit einem Körpergewicht von 4 kg sicher Platz finden. Der Beutel eines Känguru öffnet sich nach oben, sodass die Jungen nicht herausfallen können. 

Warum Kängurus einen Beutel haben

Kängurus benötigen den Beutel zur Fortpflanzung. Obwohl Kängurus nicht im Beutel geboren werden, benötigen sie den Beutel um die Neugeborenen großzuziehen. Wozu genau benötigen Kängurus den Beutel?

Der Beutel der Känguru-Mutter ist das Zuhause des Neugeborenen für die ersten Lebensmonate. Er ist ein Ort an dem junge Kängurus warm gehalten werden. Ebenso erhalten die Jungen über die Zitzen im Beutel Nahrung um sich in ein ausgewachsenes Känguru entwickeln zu können. 

Känguru Junges im Beutel der Mutter
Känguru Junges im Beutel der Mutter (Source: Ethan Brooke)

Der Beutel bietet eine geschützte Umgebung und er bedeckt die vier Zitzen.

Auch nachdem junge Kängurus den Beutel verlassen trinken sie noch für einige Monate Milch aus einer Zitzen im Beutel. Dazu stecken sie einfach die Schnauze in den Beutel und trinken die Muttermilch.

Baby-Kängurus machen in den Beutel

Junge Kängurus leben in den ersten Monaten ihres Lebens im Beutel der Mutter. Machen Kängurus in den Beutel?

Kängurus machen in den Beutel. Die Kot- und Urinausscheidungen der Baby-Kängurus landen direkt im Beutel. 

Kängurus verbringen die ersten 5 – 6 Monate ihres Lebens durchgehend an einer Zitze im Beutel der Mutter. Deshalb haben Baby-Kängurus kene andere Wahl als in den Beutel zu machen. 

Sobald ein Jungtier regelmäßig den Beutel verlässt und wieder zurückkehrt bringt das Känguru noch mehr Schmutz in den Beutel. Erde und Sand landet so, zusätzlich zu den Ausscheidungen, im Beutel. 

Warum reinigen Kängurus den Beutel?

Der Beutel ist eine Hautfalte. Darin kann sich selbstverständlich Schmutz ansammeln. Doch warum genau reinigen Kängurus den Beutel?

Kängurus reinigen den Beutel weil dieser nach oben geöffnet ist und der Schmutz nicht von alleine herausfallen kann. Außerdem benötigen junge im Beutel lebende Kängurus eine saubere Umgebung um nicht krank zu werden. 

Durch die Lebensweise des Känguru gerät Schmutz regelmäßig in den Beutel. Deshalb ist die regelmäßige Hygiene sehr wichtig für weibliche Kängurus. 

Westliches Graues Riesenkänguru im Sand am weißen Standstrand
Westliches Graues Riesenkänguru am weißen Sandstrand in Australien

Wie gelangt Schmutz in den Beutel?

Kängurus sind nachtaktive Tiere und schlafen während des Tages am Boden. Insbesondere an heißen Sommertagen liegen Kängurus gerne mit dem Bauch auf der Erde um sich abzukühlen. Dabei Gerät Erde und anderer Schmutz in den Beutel. 

Außerdem sammen sich die Ausscheidungen des Baby-Känguru im Beutel an. Dieses lebt innerhalb der ersten Lebensmonate ausschließlich im Beutel der Mutter. Die Kot- und Urinausscheidungen des Jungtieres landen daher am Boden des Beutels. 

Im Alter von 5 – 6 Monaten beginnen junge Kängurus regelmäßig den Beutel zu verlassen. Wenn der Nachwuchs wieder in den Beutel hüpft gerät auch Schmutz in den Beutel. 

Aus all diesen Gründen reinigen Kängurus regelmäßig den Beutel.

Reinigen andere Tiere ebenfalls den Beutel? 

Kängurus sind jedoch nicht die einzigen Tiere bei denen der Nachwuchs im Beutel wohnt. Andere Tiere haben die Öffnung des Beutels auf der Unterseite, beispielsweise wenn sie regelmäßig in der Erde graben. Dadurch würde sich ein nach oben geöffneter Beutel sofort mit Erde befüllen. 

Wie reinigen Kängurus den Beutel?

Kängurus müssen den Beutel reinigen weil sich darin Schmutz sowie die Ausscheidungen des Jungtiers ansammeln. Einen Putzlappen können Kängurus selbstverständlich nicht verwenden um den Beutel wieder sauber zu bekommen. Wie reinigt ein Känguru den Beutel?

Ein Känguru reinigt den Beutel indem es den Beutel ausschleckt. Das Tier steckt die lange Schnauze in den Beutel und leckt den Beutel einfach aus. Die Mutter kann um das im Beutel lebende Jungtier herumschlecken. 

Känguru reinigt den Beutel
Source: Jeremy Bezanger

Auslecken ist nicht der einzige Weg um den Beutel wieder sauber zu bekommen. 

Das Känguru kann im Beutel antimikrobielle Substanzen erzeugen. Die Haut im Beutel verfügt über spezielle Drüsen welche diese antimikrobielle Substanzen produzieren. Dadurch werden Krankheitserreger abgetöte und das junge Tier geschützt. 

Dieses Video zeigt wie ein Känguru den Beutel reinigt. 

Nur weibliche Kängurus haben einen Beutel

Kängurus werden als Beuteltiere bezeichnet. Aber haben alle Kängurus einen Beutel?

Nur weibliche Kängurus haben einen Beutel. Der Beutel wächst bei Weibchen erst in der Zeit zwischen der Geburt und der Geschlechtsreife. Männchen haben keinen Beutel.

Das weibliche Känguru benötigt den Beutel um die Neugeborenen sicher transportieren und versorgen zu können. Kängurus sind keine Nestflüchter. Das bedeutet, dass Neugeborene nicht selbständig lebensfähig sind. 

Warum haben männliche Kängurus keinen Beutel?

Stehendes männliches Östliches Graues Riesenkänguru
Männliches Östliches Graues Riesenkänguru im Murramarang National Park

Kängurus benötigen den Beutel um Neugeborenen einen sicheren Platz für das Überleben und Heranwachsen zu bieten. Haben männliche Kängurus einen Beutel?

Männliche Kängurus haben keinen Beutel. Männchen haben keine Zitzen und können deshalb nicht Neugeborene ernähren. Deshalb hätte ein Beutel bei Männchen keinen Nutzen.

Männliche Kängurus haben nichts mit dem Großziehen und der Erziehung der Nachkommen zu tun. Junge Kängurus benötigen Schutz vor der Außenwelt sowie Nahrung. Männchen haben keine Zitzen und können deshalb auch nicht das Neugeborene ernähren. Deshalb haben Männchen keinen Beutel. Im Tierreich gibt es nur wenige Arten bei denen auch Männchen einen Beutel haben. 

Werden Kängurus im Beutel geboren?

Junge Kängurus verbringen die ersten Lebensmonate permanent im Beutel der Mutter. Aber werden Känguru-Babys im Beutel geboren?

Kängurus werden nicht im Beutel geboren. Sie müssen nach der Geburt vom Geburtskanal der Mutter eigenständig über das Fell in den Beutel klettern.

Wie werden Kängurus geboren?

Baby-Kängurus werden nach rund 30 Tagen Entwicklungszeit wenig entwickelt geboren. Sie sind bei der Geburt blind, ohne Fell, wiegen weniger als 1 Gramm und sind nur rund 2 cm groß. Dieser Artikel beschreibt die Geburt eines Känguru

Wie gelangen Baby-Kängurus in den Beutel?

Känguru Geburtskanal und Beutelöffnung
Öffnung des Geburtskanals und Öffnung des Beutels bei einem weiblichen Westlichen Grauen Känguru

Ein neugeborenes Känguru muss vom Geburtskanal in den Beutel klettern. Es ist dabei blind und muss sich auf den Geruchssinn sowie das besser entwickelte Ohr zur Orientierung sowie die besser entwickelten Vorderpfoten verlassen. 

Das Bild zeigt die Öffnung des Geburtskanals (unten). Gleich nach der Geburt klettert das junge Känguru ohne Hilfe der Mutter in den Beutel (oben). Dieser Vorgang dauert in der Regel weniger als fünf Minuten. Im Beutel verbindet sich das Neugeborene mit einer der vier Zitzen. Es verlässt den Beutel innerhalb der ersten Lebensmonate kein einziges Mal. 

Werden Kängurus mit einem Beutel geboren?

Haben Kängurus bei der Geburt einen Beutel?

Alle Kängurus werden ohne Beutel geboren. Der Beutel entwickelt sich erst im Lauf der Zeit bis die Geschlechtsreife eintritt. Nur bei weibliche Kängurus entwickelt sich ein Beutel. 

Die Geburt ohne Beutel liegt auch daran, dass Kängurus nach einer extrem kurzen Schwangerschaftszeit von nur rund 30 Tagen geboren werden. Die Neugeborenen sind dabei kaum als Känguru erkennbar, nicht einmal die Hinterbeine sind richtig entwickelt. 

Der Großteil der Entwicklung eines Tieres geschieht innerhalb der ersten Monate im Beutel der Mutter. Dabei entsteht bei Weibchen langsam die extrem flexible Hautfalte welche wir “Beutel” nennen. 

Ist der Känguru-Beutel schleimig?

Über das Innere eines Känguru-Beutels gibt es viele Mythen. Das liegt vermutlich daran, dass die meisten Menschen niemals einen Blick in den Beutel werfen können. Schließlich mögen die meisten Kängurus keine menschlichen Berührungen in diesem Bereich. Ein Mythos besagt, dass das Innere des Känguru-Beutels schleimig ist. Wie ist es im Inneren des Känguru-Beutels tatsächlich?

Ein Känguru-Beutel ist nicht schleimig und stinkt nicht. Das Innere des Beutels wirkt jedoch feucht und verschwitzt. 

Das Innere des Beutels wird regelmäßig vom Känguru gereinigt. Außerdem produzieren Drüsen der Haut im Beutelinneren antimikrobielle Substanzen wie Lysozyme und Dermcidin. Dadurch ist das Innere des Beutels ein relativ sauberer Bereich. 

Dieser Artikel zeigt ein Neugeborenes im Beutel der Mutter. Es ist deutlich erkennbar, dass das Innere des Beutels nicht schleimig ist. 

Wie wird ein Känguru-Beutel genannt?

Der Beutel wird auch “Marsupium” genannt. “Marsupium” ist Latein und bedeutet “Tasche”. Davon inspiriert werden Beuteltiere in der wissenschaftlich Bezeichnung “Marsupiala” genannt. Gemeinsam mit dem Känguru gibt es weltweit etwa 320 verschiedene Beuteltier-Arten. 

Beuteltiere haben gemeinsam, dass das Neugeborene in einem relativ unterentwickelten Zustand als Embryo geboren wird. Die wesentliche Entwicklung des Körpers findet nach der Geburt im Beutel der Mutter statt. Die Jungtiere sind dabei passive Träglinge im Beutel der Mutter und werden von der Mutter in den ersten Monaten nach der Geburt kaum oder gar nicht beachtet. 

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