Mit Video: Wie reinigen Kängurus den Beutel?

Känguru reinigt den Beutel
Source: Jeremy Bezanger

Kängurus putzen den eigenen Beutel weil sich darin Schmutz ansammelt. Doch wie reinigen Kängurus den Beutel? 

Ein Känguru reinigt den Beutel indem es den Beutel ausleckt. Das Tier lockert dazu die Muskeln und öffnet den Beutel mit den eigenen Vorderpfoten. Danach steckt es die Schnauze in den Beutel und schleckt den Beutel aus. Außerdem produziert das Känguru antimikrobielle Substanzen die den Beutel rein halten. 

Dieses Video zeigt wie ein Känguru den Beutel reinigt:

Das Känguru kann problemlos rund um das Jungtier im Beutel herumputzen. Jungtiere verbringen die ersten Lebensmonate ausschließlich im Beutel. Lese diesen Artikel um herauszufinden wie lange Baby-Kängurus unterschiedlicher Känguru-Arten im Beutel bleiben

Reinigung bei der Geburt

Wenn ein Känguru plötzlich anfängt den Beutel regelmäßig zu reinigen signalisiert das eine baldige Geburt. 

Kurz vor der Geburt eines Jungtiers säubert das Muttertier noch einmal den Beutel. Die oberste Priorität hat die Reinheit des Beutels. Damit sollen die Überlebenschancen für das Neugeborene vergrößert werden. 

Dieser Artikel beschreibt die Geburt eines Baby-Kängurus. Wusstest du, dass das Neugeborene, blind und klein wie eine Erbse, selbständig in den Beutel klettert?

Das Känguru reinigt nicht nur den Beutel. Auch die Austrittsstelle des Geburtskanals sowie das umliegende Fell wird rund um die Geburt intensiv gereinigt. Dazu leckt das Muttertier die betroffenen Stellen intensiv ab. 

Dieses Video zeigt die Reinigung bei der Geburt:

Nach der Geburt reinigt das Känguru das Fell und entfernt ausgetretenes Blut sowie andere ausgetretene Flüssigkeiten. Das Neugeborene, das währenddessen in den Beutel klettert, wird dabei kaum beachtet. 

Warum reinigen Kängurus den Beutel?

Kängurus reinigen den Beutel nicht nur bei der Geburt. Die Reinigung des Beutels ist ein Teil der allgemeinen Körperpflege. 

Der Känguru-Beutel hat eine Öffnung auf der Vorderseite beim Bauch des Weibchens. Nur Weibchen haben einen Beutel. Doch warum müssen weibliche Kängurus regelmäßig den Beutel reinigen?

Da Kängurus während des Tages auf dem Boden (z. B. in der Erde) liegen gerät dabei immer etwas Schmutz in den Beutel. Dieser würde sich mit der Zeit am Boden des Beutels ansammeln. Deshalb muss das Tier den Beutel regelmäßig auslecken. 

Jungtiere machen in den Beutel

Jungtiere verbringen die ersten Lebensmonate im Beutel Was geschieht mit den Ausscheidungen, machen Känguru-Babys in den Beutel?

Känguru-Babys machen in den Beutel der Mutter. Die Mutter muss deshalb regelmäßig den Beutel auslecken damit dieser sauber bleibt und das Baby im Beutel keine Krankheiten bekommt. 

Jungtiere die im Beutel aufwachsen können für die Notdurft nicht den Beutel verlassen. Die Ausscheidungen landen deshalb einfach im Beutel. Diese würden sich mit der Zeit am Boden des Beutels ablagern und zu Krankheiten führen.

Um der Entstehung von Krankheiten vorzubeugen muss das Muttertier regelmäßig den Beutel säubern. Auch hierzu leckt die Mutter den Beutel regelmäßig aus.

Um das kleine Jungtier muss man sich keine Sorgen machen. Dieses ist in den ersten Monaten ziemlich fest mit einer der vier Zitzen verbunden. 

Im Beutel sind ebenfalls Drüsen die eine antimikrobielle Flüssigkeit erzeugen. Diese sorgt neben dem Auslecken des Beutels dafür, dass im Beutel keine gefährlichen Krankheitserreger für das Jungtier sind. 

Lese diesen Artikel um mehr über Känguru-Beutel zu erfahren. Wusstest du, dass alle Kängurus ohne Beutel geboren werden

Antimikrobielle Flüssigkeiten im Beutel und der Muttermilch

Känguru Neugeborenes im Beutel
Source: Geoff Shaw

Das Jungtier wird, wie in diesem Artikel beschrieben, nach rund einem Monat Entwicklungszeit geboren. Das Neugeborene ist blind, ohne Haut, rund zwei Centimeter groß, und kaum als Känguru erkennbar. Das Bild zeigt wie ein Känguru kurz nach der Geburt aussieht.  

Das Neugeborene muss dennoch mit äußeren Einflüssen wie Krankheiten und Verunreinigungen klarkommen. Ein wichtiger Aspekt ist ein sauberer Beutel in dem das Tier heranwachsen kann. 

Wissenschaftler enteckten einige clevere Möglichkeiten die Kängurus besitzen um mit den äußeren Einflüssen besser klarzukommen.

Antimikrobielle Substanzen spielen eine wichtige Rolle beim Schutz des Immunsystems des Jungtieres.

Die Haut im Beutel der Mutter produziert die folgenden antimikrobielle Substanzen: 

  • Lysozym wirkt gegen Bakterien indem es deren Zellwand abbaut. Lysozym ist ein Enzym das auch beispielsweise im menschlichen Speichel, Schweiß, Tränen, und Ohrenschmalz enthalten ist.   
  • Dermcidin ist antimikrobiell und wirkt wie ein natürliches Antibiotikum. Auch Menschen produzieren Dermcidin mit den Schweißdrüsen. 

Des Weiteren enthält die Milch die Kängurus in den ersten Lebensmonaten trinken antimikrobielle Substanzen wie beispielsweise Antikörper (Immunglobuline), Lysozyme, Transferrin, und Cathelicidine. Damit wird das Neugeborene geschützt bis sich das eigene Immunsystem entwickeln kann. 

Zusammenfassung: Wie bleibt der Känguru-Beutel sauber?

Der Känguru-Beutel bleibt durch das Auslecken sowie durch antimikrobielle Substanzen sauber. Das weibliche Känguru steckt regelmäßig die Schnauze in den Beutel und leckt das Innere des Beutels aus. Außerdem produziert die Haut im Inneren des Beutels eine Antimikrobielle Substanz die Baktieren abtötet. 

Nur weibliche Kängurus müssen den Beutel regelmäßig reinigen. Männliche Kängurus haben keinen Beutel und helfen auch nicht bei der Reinigung fremder Beutel. 

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